Schulinternes Curriculum Pädagogik, Kurzfassung (Stand: Februar 2009)Obligatorische Themen und mögliche konkrete Umsetzungen:

 

Diese Inhalte werden mit dem neuen Kernlehrplan 2014 erneuert!

 

Eph.1: Erziehungssituationen und Erziehungsprozesse

— Das Individuum im Erziehungsprozess
 - Erziehung in verschiedenen Kulturen bzw. Aufwachsen ohne Erziehung im engeren Sinne („Wolfsjungen“; Erz. bei „Naturvölkern“)
- Klärungen: Erziehung, Sozialisation, Enkulturation, Pädagogik, Erziehungswissenschaft
- Pädagogische Anthropologie
— Erziehungsverhalten und Legitimation von Erziehungspraktiken
 - Erziehungsziele, -mittel, -stile; Vergleich von Erziehungszielen
 - Grundlagen der Kommunikationstheorie (die vier Aspekte einer Nachricht)
 - Kommunikationsstile
 - Kommunikationsstörungen und ihre Vermeidung (double-bind-Situationen; die Illusion der Alternativen; die „Sei-spontan!“-Paradoxie; Ich- und Du-Botschaften)
 - Rollentheoretische Grundlagen und ihre Anwendung auf familientherapeutischer Ebene  
— Erziehung in verschiedenen historischen und kulturellen Kontexten
 - Macht und Autorität als pädagogisches Phänomen und Problem
 - Formen familialer Erziehung früher und heute; Ergebnisse der Matriarchatsforschung
 - neuere Tendenzen der Familiensoziologie 

Eph.2: Lernen und Entwicklung

— Beobachtung, Beschreibung und Analyse von Lernvorgängen
 - Anthropologische Voraussetzungen des Lernens
 - Vergleich verschiedener Lerntheorien
  - klassisches und operantes Konditionieren
  - Nachahmungslernen
  - kognitives Lernen
  - biologische Grundlagen des Lernens
 - Träume als Unterstützer oder Hemmer von Lernprozessen - Traumtheorien im Vergleich
 - Lernhemmungen: Autismus
— Entwicklungsprozesse und Lernprozesse
- Intelligenz und Begabung (Psychologie der Intelligenz): verschiedene Forschungsansätze
- Begabungsforschung
 - Kreativitätsforschung
— Beeinflussung von Lernprozessen und Selbststeuerung des Lernens
- Beratung/therapeutische Konzepte zu Verhaltensänderungen: psychoanalytischer Ansatz; gestalttherapeutischer Ansatz (Rückgriff auf „Träume“ möglich); gesprächspsychotherapeutischer Ansatz nach Rogers; verhaltenstherapeutischer Ansatz (z.B. bei Phobien)
- Schulisches Lernen und Lehr-/ Lerntechniken
- Lernbehinderung / -störungen
- Behalten und Vergessen
 - „Lernen lernen“: Techniken der Informationsbeschaffung

Q1.1: Entwicklung und Sozialisation in der Kindheit

—  Grundlagen und Interdependenz von Entwicklung und Sozialisation
 - Anlage-Umwelt-Problematik (z.B. Zwillingsforschung)
 - anthropologische, biologische und philosophische Positionen zur Erziehungsbedürftigkeit
—  Modelle der wissenschaftlichen Erfassung von Entwicklung, Sozialisation und Entwicklungsstörungen im Kindesalter
 - Grundlagen des psychoanalytischen Entwicklungsmodells (Freud); neuere Ansätze (Erikson);
 - Bindungsforschung (Bowlby u.a.)
 - Sozialisationstheorien; Sozialisation als Rollenlernen: Parsons, Mead, Krappmann
 - geschlechtsspezifische Sozialisation
 - Entwicklung kognitiver Fähigkeiten (Piaget u.a.)
 - Störungen, z.B. Auswirkungen familialer Konflikte; Misshandlung und Missbrauch;  Behinderungen  

Q1.2: Entwicklung, Sozialisation und Identität im Jugend- und Erwachsenenalter

—  Entwicklung, Sozialisation und ihre Risiken in Pubertät und Jugendalter und ihre wissenschaftliche Auffassung
 - Identitätsentwicklung in der Pubertät
 - Entwicklungsaufgaben des Jugendalters – Modell der produktiven Realitätsverarbeitung: Hurrelmann
 - Störungen und Fehlentwicklungen (Symptome und Theorien zur Genese), z.B.: Suchtverhalten (Drogenkonsum; Essstörungen); deviantes Verhalten (z.B. Gewalttätigkeit)
—  Pädagogisches Denken und Handeln aufgrund von Erkenntnissen über Entwicklung und Sozialisation in Pubertät und Jugendalter
- Möglichkeiten und Grenzen der sozial- und sonderpädagogischen Prävention und Intervention bei Jugendkrisen, insbesondere bei ‚Gewalt’ (unter Berücksichtigung der „Erlebnispädagogik“)
- Jugendkrisen aus systemischer Sicht: Schlippe, Stierlin
 - Formen der Jugendhilfe (Erkundung außerschulischer Einrichtungen: Beratungsstellen, Heime, Kliniken)
—  Entwicklung, Sozialisation und Identität im Lebenszyklus
 -  Entwicklungsaufgaben und Risiken im Erwachsenenalter, z.B. Beruf und Identität
- Entwicklungskrisen im Erwachsenenalter; Leben im Alter. (Mögl. Projekt „Instant Aging“, Besuch in Altenheimen                 

Q2.1: Normen und Ziele in der Erziehung

—  Normen und Ziele in verschiedenen historischen, politischen und kulturellen Erziehungskontexten
 - Verschiedene Positionen zur Begründbarkeit ethischer (Grund)- Normen (z.B. Kant; relativistische Standpunkte; O. Höffe)
 - Erziehung in unterschiedlichen Gesellschaftssystemen und historischen Kontexten
 - Erziehung im Kulturvergleich
 - Erziehung vom Kinde aus
—  Institutionalisierung von Erziehung
- Wandel und Strukturen des Bildungs- und Erziehungswesens (neben historischem Zugriff ist auch ein Vergleich versch. Bildungssysteme möglich)
- Deutung von Kindheit in der Geschichte: Ariès, deMause
- Erziehung im Nationalsozialismus
 - Alternative Schulmodelle (z.B. Waldorf-Pädagogik; Bielefelder Laborschule; Montessoripädagogik)
— Pädagogische Theoriebildung
- Bildungs- und schultheoretische Perspektiven nach PISA
- Konzepte der Moralerziehung (Kohlberg u.a.)
- Konzepte interkultureller Pädagogik (Nieke, Holzbrecher)

Q2.2: Identität

— Erzieherische Aspekte der Identitätsbildung im Kontext persönlicher Entfaltung und sozialer Verantwortlichkeit
 - Entstehung und Förderung von Identität und Mündigkeit (z.B.: Krappmann)
 - Mündigkeit und Verantwortung
 - Menschenbilder